Das ist Teil 2 unserer Westwegwanderung. Teil 1 gibt's hier.
Unten angekommen erwartet uns in der Gaststube schon ein leckeres Frühstücksbuffet sowie ein taubstummer Wanderer. Dieser reagiert trotz besten Bemühen nicht auf unsere Kommunikationsversuche, stellt sich dann irgendwann aber als schwerhöriger Engländer heraus. Darüber hinaus ist noch eine türkische Grossfamilie beim Frühstück, die gestern irgendwie nicht vorhanden war und ganz und gar nicht in unser Westweg-Wanderer Schema passen will.
Wie auch immer. Gegen 9:00 Uhr sind die letzten Reste verputzt, der Rucksack gepackt und, nachdem Georg unsere Schlaftrunk-Rechnung beglichen hat, kann's auch schon losgehen. So traben wir mit federnden Schritt (der Boden hat überall Sumpfqualität erreicht) mal mehr mal weniger Nah der B500 entlang bis wir kurz vor Furtwangen beim Gasthof "Hirschen" die Straße unterqueren und hinter uns lassen und langsam zum Berg Brend ansteigen.
Der Wind hat in der Zwischenzeit wieder zugenommen. Thomas und Georg, die sich beim Müller-Markt mit Einweg-Regenponchos für 1 Euro pro Stück versorgt haben, knattern lustig hinter uns im Wind. In besonders heftigen Phasen überlegen wir uns, ob wir die Zwei nicht mit etwas Kuhzaun-Draht am Boden fixieren sollten um ein davonwehen zu verhindern. Da der Zaun aber überall unter Storm steht und bald danach auch wieder der Wind geschützte Wald erreicht ist, lassen wir davon ab.
Die restlichen Kilometer zum Brend sind eine gar lustige Wetterpermutation: Wind, Regen und Schnee werden munter in 2^3 Kombinationen gemixed und abwechselnd dargeboten. Zusammen mit der dauerhaft vorhandenen Eiseskälte sinkt unsere Stimmung umgekehrt-proportional zur erreichten Höhe. An der Schutzhütte kurz vor dem Brend-Turm ist deshalb auch keiner mehr so recht für ein Hüttenpicknick zu begeistern und so wandern wir (ohne auch nur einen Blick auf den Turm geworfen zu haben) durch dichten Nebel (huch, was Neues!) zum Naturfreundehaus weiter. Dort erwartet uns ein warmer Kachelofen und ein als Speisekarte getarnter Aufnahmetest in den Mensaclub.
Als IT-Mensch bin ich in meinem Leben ja schon einer Menge komplexer Literatur begegnet (ich erinnere mich zum Beispiel noch lebhaft an das wenig geliebte advanced RPG2-Reference-Manual für die IBM/36) aber der Aufbau dieser Speisekarte schlägt dem Fass den Boden aus: Aufgemacht als unschuldige Speisekarte im Lederimitatumschlag verbirgt sich hier ein Logik-Rätsel erster Güte:

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